Viele leuchtende Kinderaugen unter dem Weihnachtsbaum? Familienformen heute
Unsere Zahl des Monats zu Weihnachten 2025
Ein geschmückter Weihnachtsbaum – viele Geschenke darunter, leuchtende Kinderaugen. So mag ein klassischer Heiligabend einer Familie in Deutschland aussehen. Nach dem Essen und der Bescherung wird ausgiebig mit den Geschenken und den Geschwistern gespielt. Oder nehmen viele Kinder – mangels Geschwisterchen – mit der Verwandtschaft, Freunden, mit den Eltern, oder mit einem alleinerziehenden Elternteil vorlieb?
Wie gestalten sich die Familienkonstellationen in Deutschland aktuell und haben sie sich in letzter Zeit verändert? Antworten dazu bieten Daten des Mikrozensus für die Jahre 2021 und 2024. Sie stellen Informationen zu Familien mit minderjährigen Kindern im Haushalt nach Familienformen bereit.
Die häufigste Familienform der fast 8,4 Mio. Familien hierzulande ist demnach die vierköpfige – bestehend aus einem Ehepaar mit zwei Kindern. So ist ein:e Spielpartner:in in Form eines Geschwisterteils in den meisten Familien gegeben – nämlich bei 3,68 Mio. (44 %). Ähnlich hoch ist auch die Zahl der Familien, in der nur ein Kind lebt: 3,26 Mio. (39 %). Mit deutlichem Abstand folgt die Familie mit drei Kindern – lediglich 1,1 Mio. und somit 13 % der Familien. Dass ein Kind drei oder mehr Geschwister hat, ist vergleichsweise selten: Nur rund 350 000, also rund 4 % aller Familien, haben mindestens vier Kinder.
Die meisten Eltern der Kinder leben in einer Ehepartnerschaft (69 %), in 19 % der Familien ist ein Elternteil jedoch alleinerziehend und mit 12 % sind Lebensgemeinschaften nicht so weit verbreitet.

Gegenüber 2021 ist die Zahl der Familien mit minderjährigen Kindern hierzulande generell angestiegen (+3,5 % bzw. rd. +287 000). Den größten relativen Anstieg verbuchen hier kinderreichere Familien mit drei bzw. mindestens vier Kindern (9,7 % bzw. 12,6 %). Nach Familienform betrachtet zeigt sich der Anstieg insgesamt bei den Ehepaaren am schwächsten (+2,5 %), während das Plus bei Lebensgemeinschaften (+4,7 %) und Alleinerziehenden (+6,8 %) deutlicher ausfällt. Auch absolut betrachtet fällt das Plus bei den Alleinerziehenden mit rund 101 000 hoch aus (Ehepaare: rd. +142 000; Lebensgemeinschaften: rd. +45 000).
Nicht nur die Zahl der Familien mit einem alleinerziehenden Elternteil steigt auffällig an. Ein tieferer Blick zeigt, dass es vor allem Familien Alleinerziehender mit mehreren Kindern sind: Der Anteil alleinerziehender Familien mit drei Kindern an allen Familien mit drei Kindern nimmt mit einem Plus von 1,6 Prozentpunkten (von rd. 124 000 auf rd. 154 000 Familien) am deutlichsten zu. Mit den Faktoren alleinerziehend und kinderreich handelt es sich damit um zwei Faktoren, die bekanntlich bedeutend für ein höheres Armutsrisiko sind. Die Aussicht auf ein üppiges Fest ist demnach für eine gewachsene Zahl an Familien weniger rosig. [1]
Insgesamt ist das Wachstum der Familien mit Einzelkindern am schwächsten (+0,8 %). Der Anteil dieser an allen Familien geht um 1,1 Prozentpunkte zurück, während der Anteil der Familien mit drei Kindern an allen Familien am deutlichsten steigt (0,7 Prozentpunkte). Geteilte Freude ist bekanntlich oft doppelte Freude – ganz egal, ob mit Geschwistern, Eltern oder einem anderen geliebten Menschen. In diesem Sinne: Allen eine schöne Bescherung!
[1] Patchwork-Familien sind hier nicht berücksichtigt – sie lassen sich in den Daten nicht ablesen.
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