Die höheren Zinsen haben den Hauspreisanstieg noch nicht gestoppt

28.04.2023

Die höheren Finanzierungskosten und die gestiegenen Materialkosten haben den Preisanstieg für Einfamilienhäuser in Deutschland kaum gebremst. Ein freistehendes Einfamilienhaus aus dem Bestand mit einer Wohnfläche von rd. 125 qm, in mittlerer Lage und mit mittlerer Ausstattung ist im Jahr 2022 noch um immerhin 10,3 % im Preis gestiegen. Diese Entwicklung ist nach wie vor mit einer ungedeckten Nachfrage zu erklären. Das geringe Angebot und die hohen Kaufpreise haben wiederum zur Folge, dass Kaufinteressent:innen zunehmend auf den Mietmarkt ausweichen, bei dem die Preise aber stärker als in den Vorjahren zugenommen haben.

Wird der Kaufpreis ins Verhältnis zum durchschnittlichen Jahresbruttolohn gesetzt, kann eine Aussage darüber getroffen werden, wie erschwinglich ein Einfamilienhaus für eine:n Durchschnittsverdienende:n ist. Je höher die Preis-Einkommens-Relation (PER) ist, desto mehr Jahres-Bruttolöhne müssen für den Kauf eines Hauses mit den oben genannten Kriterien aufgewendet werden. Mit deutlichem Abstand bleibt Bayern das teuerste Pflaster in Deutschland mit einer PER von 22,1. Hiernach folgen mit weitem Abstand Hessen, Baden-Württemberg, Hamburg und Berlin. Diese fünf Bundesländer haben ihre Position als Hochpreisregionen innerhalb der Bundesländer seit über zehn Jahren nicht verlassen.

Auffällig ist die Entwicklung der PER für Mecklenburg-Vorpommern mit einem Anstieg um 17,3 %. Die Erschwinglichkeit nimmt hier somit deutlich ab, was trotz überdurchschnittlicher Lohnzuwächse mit den um 25 % gestiegenen Hauspreisen zu erklären ist.

Neben der allgemeinen Verteuerung hat sich die Erschwinglichkeit im Saarland und in Sachsen hingegen verbessert. Im Saarland konnte dies über einen geringfügigen Rückgang der Kaufpreise erzielt werden (-0,3 %) und in Sachsen wurde dies dank des überdurchschnittlichen Einkommensanstiegs um 5,9 % erreicht.

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Unsere Zahl des Monats 05/2023

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